Ein Vertriebler ruft 30 Kunden am Tag an, notiert in Outlook „Müller heute nicht erreicht, morgen nochmal", kopiert das abends in HubSpot rüber. Zumindest manchmal. 45 Minuten am Tag gehen für reine Doku-Klickarbeit drauf, die Hälfte der Calls landet nie sauber im CRM. Wer am Montag fragt „Wer hat letzte Woche mit Müller telefoniert?", bekommt drei verschiedene Antworten. HubSpot Telefonie löst genau diesen Bruch: Klick auf die Nummer im Kontakt, Browser-Call, Auto-Doku am Kontakt mit Outcome, Dauer und Notiz. Wir zeigen das Setup in 30 Minuten und ordnen die native Lösung gegen Aircall und Close ein.
Transparenz-Hinweis: Wir haben native HubSpot Telefonie in 30+ Sales-Teams aufgesetzt und mehrere Kunden parallel aus Aircall und Close in Richtung HubSpot Calling migriert. Sie ersetzt den Drittanbieter in vielen Fällen, hat aber klare Grenzen bei hohem Call-Volumen. Hier was wirklich funktioniert und wann der Wechsel auf einen externen Dialer sinnvoll bleibt.
Was kann HubSpot Telefonie nativ?
HubSpot Calling ist das in den Sales Hub eingebaute Telefonie-Modul. Du brauchst kein Drittanbieter-Tool, keine separate Lizenz bei Aircall oder Close. Setup, Dialer und Doku laufen alle in HubSpot. Die Funktionen, die im Standard-Lizenz-Paket dabei sind:
- Calls direkt aus dem Kontakt starten. Klick auf die Telefonnummer in der Kontakt-Ansicht, ein Browser-Fenster öffnet sich, der Anruf läuft über Mikro und Lautsprecher deines Rechners.
- HubSpot-Nummer kaufen. Du bekommst eine deutsche, österreichische oder schweizer Festnetznummer mit frei wählbarer Vorwahl. Frankfurt, Berlin, Wien, Zürich, alles verfügbar.
- Eigene Nummer verknüpfen. Falls du schon eine Geschäftsnummer hast, kannst du sie mit HubSpot verbinden statt eine neue zu kaufen.
- Automatische Call-Protokollierung. Jeder Call landet als Aktivität am Kontakt mit Dauer, Richtung (eingehend oder ausgehend), Outcome und Notiz.
- Anruf-Aufzeichnung. Optional, mit Einwilligung. Aufnahme als Audio-Datei am Kontakt gespeichert.
- Transkript per HubSpot AI. Aus der Audio-Aufnahme generiert HubSpot automatisch ein Transkript, das im CRM suchbar wird.
- Voicemail. Eingehende Anrufe, die du nicht annimmst, landen auf einer Voicemail mit hinterlegter Begrüßung.
- Call-Outcome-Tagging. Am Ende des Calls wählst du aus einer Liste („erreicht", „nicht erreicht", „voicemail", „falsche Nummer" etc.). Damit kannst du später auswerten, wie oft du jemanden erreichst.
Voraussetzung ist eine Sales Hub Lizenz. Im kostenlosen HubSpot CRM gibt es das Calling-Feature nicht. Ab Sales Hub Starter sind 500 Anruf-Minuten pro Monat dabei, im Pro 3.000, im Enterprise 12.000 Minuten. Die Minuten gelten dabei für den gesamten Account, nicht pro User.
Was brauchst du vor dem Setup?
Bevor du in HubSpot die Calling-Einstellungen öffnest, lohnt sich ein kurzer Check. Sonst verlierst du nachher Zeit, weil du in der Mitte des Setups feststellst, dass das Mikro nicht erkannt wird oder die Verifizierung an einer fehlenden Adresse hängt.
- Sales Hub Lizenz mit Calling-Berechtigung. Der User, der telefonieren soll, braucht im HubSpot User-Profil die Sales-Hub-Seat-Zuweisung. Admins müssen den Seat zuteilen.
- DSGVO-Konzept für Aufnahmen. Wenn du Calls aufzeichnen willst, brauchst du eine Einwilligungs-Logik. In Deutschland gilt: aktive Zustimmung am Anfang des Gesprächs. Wir kommen im Aufzeichnungs-Abschnitt darauf zurück.
- Mikrofon und Headset. HubSpot Calling läuft im Browser. Laptop-Mikro reicht für den Test, für täglichen Vertriebs-Einsatz brauchst du ein vernünftiges Headset. Die Audio-Qualität ist sonst beim Gesprächspartner schlecht.
- Browser-Berechtigungen. Chrome oder Firefox müssen Mikrofon-Zugriff für HubSpot erlauben. Beim ersten Call kommt der Berechtigungs-Dialog automatisch.
- Geschäftliche Verifizierung. Beim Kauf einer HubSpot-Nummer musst du nachweisen, dass du in Deutschland (oder dem jeweiligen Land) geschäftlich tätig bist. Das geht über Dokumente, dauert je nach Land ein bis zwei Werktage.
- Optional: VoIP-Bridge. Wer lieber über ein Tisch-Telefon telefoniert statt über den Browser, kann via SIP-Bridge eine Hardware anbinden. Für die meisten Vertriebs-Setups ist das Browser-Calling völlig ausreichend.
Lizenz-Verfügbarkeit auf einen Blick
Free CRM
- Kein Calling-Feature verfügbar
- Manuelle Anruf-Protokollierung möglich (Notiz nach dem Call)
- Keine native Telefonnummer
Sales Hub Starter / Pro / Enterprise
- Starter: 500 Minuten/Monat pro Account
- Pro: 3.000 Minuten/Monat pro Account
- Enterprise: 12.000 Minuten/Monat pro Account
- Aufnahme, Transkript und Voicemail je nach Tier
Wie richtest du die Telefonnummer in HubSpot ein?
Es gibt zwei Wege: entweder du kaufst eine neue Nummer direkt in HubSpot, oder du verknüpfst eine vorhandene Geschäftsnummer. Beide Wege führen über die Calling-Einstellungen, der Setup-Aufwand ist vergleichbar.
Variante A: HubSpot-Nummer kaufen
- In HubSpot oben rechts auf das Zahnrad-Icon klicken, dann Allgemein, dann Anruf-Setup.
- Im Bereich „Telefonnummern" auf „HubSpot-Nummer erhalten" klicken.
- Land auswählen (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Vorwahl-Stadt picken. Im Beispiel-Video wählt Eugen Frankfurt, alle DACH-Metropolen sind verfügbar.
- Geschäftliche Verifizierung durchlaufen: Firmenname, Adresse, Steuer-ID, oft ein Handelsregister-Auszug oder Gewerbeanmeldung. Dauer: ein bis zwei Werktage.
- Nach Bestätigung steht die Nummer im Account. Je nach Lizenz lassen sich bis zu fünf parallele Nummern anlegen, etwa für verschiedene Teams oder Kampagnen.
Variante B: Eigene Nummer verknüpfen
- In den persönlichen Einstellungen (oben rechts auf dein Profilbild, „Profil und Voreinstellungen") auf den Reiter Calling.
- Auf „Telefonnummer verbinden" klicken und die bestehende Nummer eintragen.
- HubSpot schickt eine SMS oder ruft die Nummer an, du gibst den Code im Browser ein, fertig.
- Ab jetzt klingelt deine Geschäftsnummer, wenn dich ein HubSpot-Kontakt anruft, und ausgehende Calls laufen über deine Caller-ID.
Was du beim Setup noch konfigurierst
- Voicemail-Begrüßung aufnehmen oder Text-to-Speech nutzen. Beispiel: „Sie haben das Vertriebsteam erreicht, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht, wir melden uns am gleichen Werktag zurück."
- Call-Outcome-Optionen anpassen. Die Standard-Liste (erreicht, nicht erreicht, voicemail, kein Interesse, falsche Nummer, Termin gemacht) kannst du um eigene Outcomes erweitern. Wer mit Cold-Call-Skripten arbeitet, sollte die Outcomes an die Skript-Stages koppeln.
- Aufnahme-Default setzen: pro User entscheidbar, ob alle Calls automatisch aufgenommen werden oder nur per Klick.
- Outcome-Pflichtfeld aktivieren, sonst landen Calls ohne Tagging im CRM, und das Reporting bringt nichts. Wir empfehlen es bei jedem Setup.
Wie startest du einen Anruf aus HubSpot?
Sobald die Nummer eingerichtet ist, ist das tägliche Telefonieren straight-forward. Drei Klicks bis zum Call, ein bis zwei Minuten Doku-Aufwand am Ende, der Rest passiert automatisch.
- Kontakt im CRM öffnen. Entweder über die Kontakt-Liste, über eine Aufgabe (siehe HubSpot Aufgaben) oder direkt aus einem Deal heraus.
- Auf die Telefonnummer klicken. Alternativ rechts in der Sidebar auf „Anruf tätigen".
- Telefonnummer auswählen. Wer mehrere Nummern hat (Office, Mobile, Team-Nummer), pickt hier die passende Caller-ID.
- Call-Fenster öffnet sich. Browser-basiert, das Telefon klingelt beim Kontakt, links siehst du die Kontakt-Historie, rechts ein Notiz-Feld.
- Notiz während des Calls. Stichpunkte direkt im Notiz-Feld tippen, alles wird automatisch am Kontakt verbucht.
- Call beenden, Outcome wählen. Die Liste klappt auf, du klickst „erreicht" oder „nicht erreicht" oder was passt. Falls Outcome als Pflichtfeld gesetzt ist, kommst du ohne nicht weiter.
- Folge-Aufgabe direkt anlegen. HubSpot fragt am Ende: Soll ich daraus eine Aufgabe machen? Ja, in drei Tagen wieder versuchen. Aufgabe landet auf deiner Sales-Pipeline-Liste.
Das war's. Der Call ist als Aktivität am Kontakt verbucht, Dauer und Outcome sind getrackt, deine Notiz hängt dran, und du hast eine Folge-Aktion in der Pipeline. Wer das mit Outlook-Notizen vergleicht, gewinnt pro Call rund 90 Sekunden. Bei 30 Calls am Tag macht das 45 Minuten produktive Zeit.
Reporting-Hebel: Sobald Outcomes konsequent gepflegt werden, kannst du in HubSpot auswerten: Wie hoch ist deine Erreichbarkeits-Quote? Welcher Vertriebler erreicht Kontakte am häufigsten? In welcher Tageszeit hat dein Team die beste Trefferquote? Diese Reports gehen nur, wenn das Outcome-Pflichtfeld aktiv ist.
Wie funktionieren Aufzeichnung und Transkript?
Die Aufnahme-Funktion ist mächtig, hat aber rechtliche Spielregeln. In Deutschland und Österreich gilt: das Aufzeichnen eines Telefonats braucht die aktive Zustimmung des Gesprächspartners. Ohne Einwilligung kann eine Aufnahme weder rechtmäßig erhoben noch verwendet werden. Die HubSpot-Funktion kann dir das nicht abnehmen. Sie liefert das Werkzeug, das Einwilligungs-Konzept musst du selbst aufsetzen.
Setup der Aufzeichnung
- Pro User aktivieren. Aufnahme-Default lässt sich global oder pro Sales-Rep einstellen. Wer nur stichprobenartig aufnehmen will, wählt manuelle Aktivierung pro Call.
- Einwilligungs-Hinweis abspielen. HubSpot kann eine Ansage am Anfang des Calls einspielen, die den Gesprächspartner über die Aufnahme informiert und Zustimmung einholt. Den Text formulierst du selbst.
- Aufnahme stoppen jederzeit möglich. Falls der Kontakt während des Calls widerspricht, kannst du die Aufnahme manuell anhalten.
Was HubSpot mit der Aufnahme macht
- Audio-Datei am Kontakt. Die Aufnahme liegt als Audio-File an der Call-Aktivität, abrufbar für berechtigte User.
- Transkript per HubSpot AI. Aus dem Audio generiert HubSpot ein durchsuchbares Transkript. Damit findest du später per Volltext-Suche „wer hat das Wort Preis genannt" über das ganze CRM.
- Call-Highlights. Bei Sales Hub Pro und Enterprise extrahiert HubSpot Action Items, Stichworte und Themen aus dem Gespräch, also eine Art automatisches Meeting-Protokoll.
- Suchbarkeit im CRM. Transkripte sind über die normale HubSpot-Suche auffindbar. Wer im Dashboard nach Begriffen filtert, sieht auch Calls mit passendem Wortlaut.
DSGVO-Praxis-Tipp: Wir empfehlen Kunden, Aufnahmen anfangs nur für Coaching-Zwecke (interne Stichprobe, Onboarding neuer Reps) zu nutzen und mit einer expliziten Einwilligungs-Ansage zu fahren. Sobald das saubere Einwilligungs-Konzept steht, lässt sich der Scope erweitern. Im Zweifel mit eurer Rechtsabteilung oder einem Datenschutz-Beauftragten abstimmen, was in eurem Setup zulässig ist.
Wie schlägt sich HubSpot Calling gegen Aircall und Close?
Die häufigste Frage in unseren Setup-Projekten: Reicht die native HubSpot-Lösung, oder braucht es einen externen Dialer? Antwort hängt am Call-Volumen und am Vertriebs-Stil. Hier der Direkt-Vergleich entlang der Kriterien, die in der Praxis zählen.
| Aspekt | HubSpot Native | Aircall | Close |
|---|---|---|---|
| Setup-Aufwand | 30 Minuten | 2 bis 4 Stunden | 1 Stunde |
| Kosten | im Sales Hub inklusive (mit Minuten-Limit) | 30€/User/Monat + Nummern | 99$/User Growth, inkl. VoIP |
| Power-Dialer | Eingeschränkt (kein Auto-Dial-Modus) | Ja | Ja, sehr stark |
| Aufzeichnung | Ja | Ja | Ja |
| Transkript | Ja (HubSpot AI) | Ja | Ja |
| Integration in HubSpot | Native, kein Setup | Sehr gut, Native-App im Marketplace | Sehr gut, beidseitige Sync |
| Für welches Team | Sales-Teams mit moderatem Volumen (bis ~30 Calls/Tag/Rep) | Mid-Volume + Multi-Channel | High-Volume Outbound |
Stand: Mai 2026. Close-Preise in USD. Aircall-Lizenz „Essentials" als Vergleichsbasis. HubSpot-Minuten siehe Lizenz-Tabelle oben.
Die Faustregel aus unseren Projekten: Wer pro Sales-Rep unter 30 Calls am Tag fährt, ist mit nativem HubSpot Calling gut bedient. Sobald ein Team konsequent Outbound dialed (50+ Calls/Tag, Power-Dialer notwendig), lohnt sich ein externer Stack. Siehe Aircall in HubSpot einbinden als Mid-Volume-Lösung oder Close als Outbound-CRM für High-Volume-Teams.
Ein zweites Argument für die native Lösung: kein zusätzlicher Vendor, keine zweite Lizenz, keine Sync-Komplexität. Wer mit dem Sales Hub sowieso schon arbeitet, hat die Telefonie als Bonus dabei und kann später erweitern, falls das Volumen wächst.
Häufige Fragen zu HubSpot Telefonie
Was kostet HubSpot Telefonie?
Im Free CRM nicht verfügbar. Ab Sales Hub Starter (9€/User/Monat) sind 500 Anruf-Minuten pro Monat pro Account dabei, im Pro 3.000 Minuten, im Enterprise 12.000 Minuten. Die Minuten gelten kontoweit, nicht pro User. Die HubSpot-Nummer selbst (kaufbar oder verknüpfbar) ist im Lizenz-Preis inklusive. Stand Mai 2026.
Kann ich meine eigene Nummer in HubSpot integrieren?
Ja. In den persönlichen Einstellungen im Reiter „Calling" auf „Telefonnummer verbinden" klicken, die bestehende Geschäftsnummer eintragen, per SMS oder Anruf verifizieren. Ab da klingelt deine Geschäftsnummer bei eingehenden Anrufen, und ausgehende Calls laufen über deine Caller-ID. Setup-Zeit: rund fünf Minuten.
Sind Anrufe in Deutschland aufgezeichnet möglich?
Technisch ja, rechtlich nur mit aktiver Einwilligung des Gesprächspartners. In Deutschland und Österreich braucht es die Zustimmung vor Beginn der Aufnahme. HubSpot kann eine Einwilligungs-Ansage am Anfang des Calls einspielen, die Einwilligungs-Logik selbst musst du als Unternehmen aufsetzen. Wir empfehlen, das Setup mit eurer Rechtsabteilung oder einem Datenschutz-Beauftragten abzustimmen.
Wie funktioniert das Transkript bei HubSpot Calling?
Aus der Audio-Aufzeichnung generiert HubSpot AI automatisch ein durchsuchbares Transkript. Es liegt an der Call-Aktivität im Kontakt und ist über die normale HubSpot-Suche auffindbar. Bei Sales Hub Pro und Enterprise extrahiert HubSpot zusätzlich Call-Highlights und Action Items, eine Art automatisches Gesprächs-Protokoll. Sprach-Erkennung funktioniert in Deutsch, Englisch und weiteren Sprachen.
Brauche ich Aircall, wenn HubSpot native Calling hat?
Kommt aufs Call-Volumen an. Bis rund 30 Calls/Tag/Rep ist die native Lösung gut. Sobald ein Team durchgängig Power-Dialer-Funktionen braucht (Auto-Dial-Listen, Click-to-Call-Queues, Local-Presence über mehrere Nummern), lohnt sich Aircall oder ein Outbound-CRM wie Close. Viele Mittelstands-Vertriebe bleiben dauerhaft bei der nativen HubSpot-Lösung.
Wie hoch ist die Anruf-Qualität bei HubSpot?
Browser-basiert über VoIP. Mit gutem Headset und stabiler Internet-Verbindung (>10 Mbit/s Upload) ist die Qualität auf Aircall- und Close-Niveau. Mit Laptop-Mikro oder schwachem WLAN merkt der Gesprächspartner sofort. Wir empfehlen jedem Sales-Rep ein USB-Headset mit Noise-Cancellation. Der Unterschied in der wahrgenommenen Professionalität ist deutlich.
Wie viele Calls pro Monat sind im Sales Hub Pro enthalten?
3.000 Anruf-Minuten pro Monat pro Account. Bei durchschnittlich 4 Minuten Gesprächs-Dauer sind das rund 750 Calls/Monat für das gesamte Team. Wer das ausschöpft, sollte über das Enterprise-Tier (12.000 Minuten) nachdenken oder ergänzend Aircall ans Outbound-Team koppeln. Eingehende Calls zählen ebenfalls auf das Minuten-Limit.